Basel Area Business & Innovation; Jean Jaques Schaffner

Novartis feiert hohen Gewinn, der CEO seine Rekordvergütung

Novartis steigert den Jahresgewinn 2025 auf 17,4 Mrd. Dollar und erhöht die Dividende. Zum Jahresende schwächt sich das Wachstum jedoch deutlich ab, belastet durch Nachahmerprodukte. Für 2026 gibt der Konzern daher einen vorsichtigen Ausblick. Für Diskussionen sorgt das hohe bonusgetriebene Gehalt des CEO.

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Novartis hat im Geschäftsjahr 2025 den Gewinn deutlich gesteigert, sieht sich zum Jahresende jedoch mit nachlassender Dynamik konfrontiert. Wie der Basler Pharmakonzern mitteilte, belief sich der Reingewinn auf 17,4 Mrd. US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist vor allem auf das höhere operative Ergebnis zurückzuführen.

Der Umsatz stieg 2025 um 8 Prozent auf 54,5 Mrd. US-Dollar beziehungsweise Franken (zu konstanten Wechselkursen ebenfalls +8 Prozent). Damit erreichte Novartis das vom Management in Aussicht gestellte Nettowachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Das operative Kernergebnis belief sich auf 21,9 Mrd. US-Dollar, die Kernmarge lag bei rund 40 Prozent. Der Gewinn pro Aktie betrug 7,21 US-Dollar.

Wachstum bremst ab, Aussichten eher gedämpft

Im vierten Quartal 2025 verlor das Wachstum jedoch spürbar an Tempo. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 1 Prozent auf 13,3 Mrd. US-Dollar, zu konstanten Wechselkursen ergab sich sogar ein Rückgang von 1 Prozent. Damit blieb Novartis nahezu auf der Stelle, nachdem das Wachstum in den ersten beiden Quartalen noch zweistellig ausgefallen war. Belastend wirkten vor allem Umsatzerosionen durch Nachahmerprodukte.

Der operative Gewinn stieg im Schlussquartal um 2 Prozent auf 3,6 Mrd. US-Dollar. Unter dem Strich ging der Quartalsgewinn jedoch auf 2,4 Mrd. US-Dollar zurück, nach 2,8 Mrd. im Vorjahr. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen höhere Ertragssteuern. Der bereinigte Kern-Betriebsgewinn legte um 1 Prozent auf 4,9 Mrd. US-Dollar zu und entsprach damit den Markterwartungen.

Die Aktionäre sollen am positiven Verlauf des Geschäftsjahrs 2025 durch eine höhere Dividende partizipieren. Novartis will die Ausschüttung von 3,50 auf 3,70 Franken je Aktie anheben. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 gibt sich das Management vorsichtig. Zu konstanten Wechselkursen wird ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für den operativen Kerngewinn rechnet Novartis sogar mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

CEO-Vergütung deutlich erhöht

Im Zuge der guten Jahreszahlen legte auch die Vergütung von CEO Vas Narasimhan deutlich zu. Sein Gesamtlohn stieg 2025 auf 24,9 Mio. US-Dollar, nach 19,2 Mio. im Vorjahr. Der Anstieg ist vor allem auf den Langfristbonus zurückzuführen, der sich am Umsatz- und Ergebniswachstum des Konzerns orientiert und allein 17,3 Mio. US-Dollar ausmachte. Damit zählt Narasimhan erneut zu den bestbezahlten Konzernchefs Europas. Dies, die hohe Marge sowie der für jedermann erkennbare hohe Gewinnanteil aus dem Umsatz vor und nach Steuern passt nicht wirklich in die anhaltenden Diskussionen über die Preissenkungen, die durch Trump mit den MFN-Verhandlungen losgetreten worden sind. Zugleich haben gerade die europäischen Pharma-CEOs an ihre Landesregierungen schon Briefe geschrieben und halten viele Reden darüber, dass nun die europäischen Gesundheitssysteme mit höheren Arzneimittelkosten rechnen müssten, ja in die Lücke, die die USA-Rabatte reissen förmlich in patriotischer Pflicht hineinspringen müßten.

Um die hohen Gewinne von Pharma und ihrem Führungspersonal auch in Zukunft zu sichern? Das dürfte als Bumerang sehr schnell auf die hiesige Pharmaindustrie zurückfliegen.

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